Andreas H. Apelt
Publizist & Schriftsteller
andreas-apelt.de
Belletristik » Schwarzer Herbst

Expose

 

Cover Um die „Geschichte vor dem Vergessen zu retten“ lässt die ehemalige Gastwirtsfrau die Grabsteine eines vom Tagebau geschluckten märkischen Dorfes in ihren Garten bringen. Damit bewahrt sie auf ihre Art ihre eigene und die wechselvolle Geschichte des Vierzig-Seelen Ortes vor den heranrückenden Tagebaumaschinen und den kleingeistigen Behörden um den Volkspolizisten Linke, die mit Argwohn das Wirken der „Fremden“ betrachten.

Elli Noack, die einfältige „Heldin“ des Romans verteidigt mit liebenswürdigem Starrsinn ihren Friedhof, organisiert geheime Treffen der Alt-Presenchener oder unterstützt den alten Schüllermann in seinem Widerstand gegen den nahenden Tagebau. Auch ist sie es, die den Kontakt zur alten Freundin im Pflegeheim unterhält, um der ans Bett gefesselten Frau eine heile wiederaufgebaute Welt vorzugaukeln. Gleichzeitig wird mit dem Kampf der alten Frau um ihre Geschichte auch die Geschichte des Jahrhunderts, die sich in den Einzelschicksalen der Dorfbewohner spiegelt, erzählt. Mit der „Wende“ sehen sich die Dorfbewohner vor neue Herausforderungen gestellt. Und wieder ist es die eigene Geschichte, die sie einholt. Da ist der amerikanische Jude Buchsstein auf der Suche nach seinem Onkel, einem in den frühen 40-er Jahren in der Gegend „verschollenen“ Trödler, da kommt die republikflüchtige Tochter Elli Noacks nach 30 Jahren als Westberlinerin zurück in die verschlafene Heimat oder versucht der Enkel als Glücksritter sich einen blühenden und doch zusammenbrechenden Autohandel aufzubauen.

Der Tonfall dürfte wie schon im Debütroman Schneewalzer an Johannes Bobrowski erinnern. („Die Welt“)
 

Pressestimmen

 

"Mit dem Verständnis für den weit über das materielle hinausgehenden Verlust zeichnet Andreas Apelt die Biographien der kaum öffentlich Gehörten nach."
Der Nord-Berliner, 13. Januar 2011


"Man spürt die Verbundenheit des Autors mit der geschundenen Landschaft und mit diesem ganz eigenen Menschenschlag."
Liberal - Vierteljahresheft für Politik und Kultur, November 2010

"Der Autor hat ein Gespür dafür zu vermitteln, dass sich Menschen heimatlos und entwurzelt fühlen können, auch wenn sie eine neue Bleibe zugewiesen bekommen. Jedes Einzelschicksal der Dorfbewohner berührt. Andreas H. Apelt nimmt seine Leser mit hinein ins Geschehen, lässt sie teilhaben am Schicksal der zahlreichen Romanfiguren, an deren Vergangenheit und Gegenwart. Dramatisches spielt sich ab, Trauriges, Fröhliches. Sein Stil ist eindringlich, lebendig, nie sentimental-kitschig, kurz: lesenswert. Für die Darstellung der Ereignisse des 20. Jahrhunderts in der DDR und der folgenden Wendezeit sind Geschichtsbücher, die die Fakten vermitteln, unerlässlich. Ebenso unerlässlich sind aber auch Bücher wie der Roman Schwarzer Herbst, weil sie helfen, die Erinnerung wach zu halten und Fragen der Nachgeborenen besser beantworten zu können."
eic-life.de, 1. November 2010

"Andreas H. Apelt zeichnet die Lebenswege und Schicksale einer Handvoll Menschen nach, ohne in die 'gewählte' Rhetorik der Politik oder Wissenschaft zu fallen. Seine Sprache ist die der einfachen Leute, einfühlsam, im Ton zuweilen elegisch, seine Figurenzeichnung plastisch und ganz auf die Erfahrungs- und Lebenswelt der Alt-Presenchener in den Jahren um 1989/90 gestimmt."
berlinerliteraturkritik.de, 19. Oktober 2010

"Bei Apelt nebelt es, fabelt es und spukt es manchmal. Er erzählt halb ein Märchen, halb eine Chronik der Revolution im Herbst '89. Seine Stärken hat Apelts Erzählen dort, wo die knorrigen Figuren mit Mut und Witz Einspruch dagegen erheben, dass sie Geschichte mal genommen, mal zugewiesen bekommen sollen. Mit der Figur Elli Noack rettet sich der Autor zudem vor einer zu großen Portion an Tragischem. Und seinen Figuren glaubt man, was da tags und vor allem nachts an Wunderlichem geschieht. Ein lesenswerter Roman."
Neues Deutschland (Beilage zur Frankfurter Buchmesse), 6.-10. Oktober 2010

"Der Autor erzählt bilderreich und lebendig große Geschichte am Alltag der kleinen Leute. Es geht um den immerwährenden Konflikt zwischen Fortschritt und Bewahrung, um menschliche Würde und Erinnerungskultur, zentrales Motiv hier der Umgang mit den Toten. Ein empfehlenswerter Roman voller innerer Spannung."
ekz.bibliotheksservice, Oktober 2010

"In Schwarzer Herbst bringt Apelt seine Erzähltechnik zur Meisterschaft."
Thüringische Landeszeitung (Treffpunkt), 11. September 2010

"Ein eindrucksvoller Roman, den man, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen möchte."
MDR Figaro, 8. September 2010

"Der Roman Schwarzer Herbst ist eine leise, poetische Beschreibung des Lebens in einer Gegend, die mehrfach im Umschwung ist, deren Bewohner nach neuen Wurzeln und nach Halt suchen, auch wenn es sich dabei nur um das Festhalten an Vergangenem handelt. Ohne große Aufregung, aber konsequent und mit scharfer Zeichnung der Figuren, führt uns der Autor einige Verlierer der Wende und der Wiedervereinigung vor."
Hamburger Lokalradio, 5. September 2010

"Wie in einem Brennglas wird die Geschichte des Jahrhunderts in einem dörflichen Mikrokosmos in vielen kleinen Geschichten erlebbar. Und das in einer Sprache, die ihresgleichen sucht. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und das man nicht so schnell vergessen wird."
Anonymer Rezensent, libri.de, 25. Juli 2010

„Anhand der Schicksale der Presenchener Einwohner wird hier jüngere deutsche Geschichte sehr eindringlich erzählt, in einer wunderbar einfühlsamen, bildhaften Sprache.“
Der Evangelische Buchberater, 01/2011

„Was die Leute in Drehna bewegt, wird aus ihrem Mund, in ihrer Sprache oder ganz nah an ihrem Blickwinkel erzählt. Der Leser findet sich mitten zwischen Anpassern und Schweigern, heimlichen Gegnern, Starrsinn und Stolz, und immer im Banne ihrer Konflikte, ihrer Freuden und Schmerzen.“
Ostragehege, 61-1/2011