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Der Tod ist ein Charakterschwein
Der Tod kennt kein pardon? So einfach ist das. Abgeschafft ist er, vergessen und verdrängt. Was will der auch hier? Spielverderber. Andreas Hauffe sieht’s anders und tritt den Gegenbeweis an. Der Tod ist ein Charakterschwein Hauffe wagt den Todessprung und bringt mit seinem Soloprogramm ein Thema auf die Bühne, das Beachtung verdient. Nicht sezierend sondern durch die Vielfalt der Möglichkeiten streifend. Kurz, quer und kreuz und manchmal weise.
Das nicht zu umgehende Ende, meine Damen und Herren, wird uns alle ereilen. Wir werden alle den unsichtbaren Klauen des grimmigen Sensenmannes zum Opfer fallen. Aber was werden wir zurücklassen? Wie wird man sich an uns erinnern? Unsere letzten Worte sind ein Andenken, ein Gedächtnis an uns und das Leben das wir führten. Die Frau Heinrich des Achten witzelte wie folgt, bevor sie auf Befehl ihres Mannes enthauptet wurde: Dr. William Hunter: Leonardo da Vinci, gestorben 1519: William Somerset Maugham: Gute Idee!!! Sterben ist nicht nur nicht mehr "in", es ist völlig überholt und unnötig, und das schon seit 1921 wenn man dem Buch von Prentice Mulford glauben schenken will. Und das will ich - unbedingt. Das Buch trägt den vielversprechenden Titel "Der Unfug des Sterbens". Hurra! Eine Grabinschrift auf dem Wiener Zentralfriedhof, entdeckt im Juni 2002: Der Tod ist eine ernste Sache. Und vielleicht stellen sich einige die Frage, ob man über den Tod lachen kann oder darf? Ich finde, man muss. Nachdem Mel Brooks „Sein oder nicht sein“ von Ernst Lubitsch neu verfilmt hatte, sagte er, man hätte von Anfang an über Hitler lachen sollen, seine Stimme war komisch, sein Bärtchen war komisch, der ganze Mann war komisch. Hätten einfach alle über ihn gelacht, hätte er nie so eine Macht bekommen, zumindest hätte er viel von seinem Schrecken verloren. Ja, vielleicht verhält es sich mit dem Tod ja genauso. Wenn man über ihn lacht, verliert vielleicht auch er einiges von seinem Schrecken. Auf besonders makabre Art und Weise kam 1992 ein Mann während eines Einbruchs in einer Fabrik ums Leben. Der Bedauernswerte verließ das Gebäude über ein Schrägdach, stürzte, und fiel auf einen Kamin. Dabei brach er sich einen Rückenwirbel. Damit aber nicht genug - er fiel weiter in einen Blitzableiter, der ihm den Bauch aufschlitzte; dann fiel er in einen Sonnenkollektor und verlor sein Augenlicht. Schließlich rollte er über die Dachkante, riss sich an dieser die Hoden ab und blieb mit der Jacke an einer Fahnenstange hängen. Dort fand man ihn am nächsten Morgen - erstickt. Zwei Bauarbeiter, beide 28 Jahre alt und dem Vernehmen nach erfahrene Kräfte, schnitten für eine Wendeltreppe ein kreisrundes Loch in eine Betondecke. Sie stürzten dreißig Meter in die Tiefe, weil sie sich innerhalb des Kreises befanden. Und wissen Sie, was ein Italiener tut, wenn er seine Frau mit einem Liebhaber erwischt? Wenn es auf dieser Welt einen Mann gibt, der wirklich einen Grund hatte, in den Tod zu gehen, so ist es jener Geschäftsmann aus Kairo, der seinem Leben ein Ende setzte, weil er den Unterhalt für seine 26 Kinder, 35 Ex- und vier gegenwärtigen Frauen nicht mehr finanzieren konnte... Das gefühlte Leben ist in jedem Fall kürzer als man denkt, also genießen Sie es, so lange Sie noch können.
Mit ganz besonderem Dank an: Jo Baptist Firmenich.....(Kreuzkoffer) |